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Lifestyle | 30.05.2017

Aus der Tabuzone

Probleme mit der Verdauung plagen ein Drittel der Bevölkerung – vor allem Frauen. Für ein gutes Bauchgefühl ist eine gesunde Keimvielfalt im Darm wesentlich. Regionales Superfood bis hin zu speziellen Milchsäurebakterien unterstützen dabei.

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Ein gutes Bauchgefühl macht viel unseres Wohlbefindens aus. © Shutterstock

Unser zweites Gehirn sitzt im Bauch. Der Darm ist mit einem engen Geflecht an Nerven ausgestattet und hat einen wesentlichen Einfluss auf unsere physische und mentale Gesundheit. Neugeborene kommen bei einer natürlichen Geburt und beim Stillen mit den mütterlichen Laktobazillen in Kontakt, die den Grundstein für die Ausbildung der Darmflora legen. Rund 1.000 verschiedene gute Bakterien leben im Verdauungstrakt. Die Gesamtheit der Mitbewohner nennt sich Mikrobiom. Der Darm kann allerdings aus vielerlei Gründen aus dem Gleichgewicht geraten, Probleme von Völlegefühl über Bauchkrämpfe bis hin zur Verstopfung sind bei vielen Menschen keine Seltenheit. Häufige Ursachen liegen in einer ballaststoffarmen Ernährung, zu wenig Bewegung und einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme, Stress oder einer gestörten Darmflora. Die Formel für eine gesunde Keimvielfalt im Darm lautet nach Ernährungswissenschaftlerin Sandra Holasek „PPP“: Präbiotika, Probiotika und Polyphenole. Präbiotika finden sich vor allem in Knoblauch, Zwiebel, Porree, Spargel und Getreide. „Oligosaccharide und resistente Stärke aus diesen Lebensmitteln sind Nahrung für die Darmbakterien.“

Für ein ausgewogenes Milieu spielen auch Milchsäurebakterien eine zentrale Rolle: Probiotika leisten gute Dienste. „Sie produzieren organische Säuren, die krebserregende Substanzen verringern, und stimulieren das Immunsystem“, so die Expertin. Enthalten sind Probiotika unter anderem in Joghurt, Kefir und Sauerkraut. Polyphenole stecken dagegen in buntem Obst und Gemüse, „sie fördern gesunde Darmbakterienstämme und unterstützten die Vielfalt des Mikrobioms“.

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Eine gesunde Keimvielfalt im Darm ist für ein gutes Bauchgefühl wesentlich. © Shutterstock

Leib und Seele

Chronische Verstopfung kann auch mit psychischen Komponenten zusammenhängen. Wiederholt gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit oder ständige Müdigkeit sollten abgeklärt werden.

Allerhand zu tun

Am Vormittag läuft der Darm auf Hochtouren und kann Ballaststoffe, Vitamine und Eiweiße besonders gut verwerten. Zucker und weißes Mehl sind nicht ideal, hier fällt fast keine Verdauungsarbeit an.

Aktivität anregen

Bei chronischer Verstopfung können Probiotika (z. B. Laktobazillen des Stammes Casei Rhamnosus) die Darmtätigkeit anregen. Auch in sensiblen Phasen (Schwangerschaft).

Guter Ballast

Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (täglich zwei bis drei Liter Wasser), Bewegung (10.000 Schritte am Tag) und ballaststoffreiche Ernährung sind für eine geregelte Verdauung wichtig.

Darm-Superfood

Polyphenole fördern die Vielfalt der Darmbakterien. Reich an Polyphenolen ist heimisches Superfood wie Aronia- und Holunderbeeren, aber auch Grünkohl und Blattsalat.