Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 27.03.2020

Frauen, traut euch!

Die Karrierelotsinnen Obersteiermark Ost sind für Frauen Türöffnerinnen hinein in die technische Berufswelt, wie drei erfolgreiche Best-Practice-Beispiele beweisen.

Bild 2003_ST_Karrierelotsin-2.jpg
© Thomas Luef

Frauen, traut euch! Die Jobchancen und Fördermöglichkeiten waren noch nie so gut wie jetzt. Viele Betriebe brauchen dringend Fachkräfte und wollen vermehrt interessierte Frauen ansprechen. Hier kommen die Karrierelotsinnen des FAB, Anita Oswald und Susanna Dellanoi, mit ihrem kostenlosen Service ins Spiel. Denn egal ob Frauen Erfahrungen im technischen Bereich haben oder komplette Anfängerinnen sind, aber Interesse an neuen beruflichen Perspektiven haben, die Karrierelotsinnen unterstützen individuell. Einsteigerinnen, Umsteigerinnen, Wiedereinsteigerinnen oder Heimkehrerinnen – für die passende Ausbildung und/oder Arbeitszeitlösung wird mithilfe der Karrierelotsinnen eine Lösung gefunden. Und auch für Unternehmen, die mehr Frauen und Mädchen für ihr Unternehmen gewinnen wollen, ist das Service erste Anlaufstelle.

Interessiert? Die Karrierelotsinnen helfen gerne weiter:

Anita Oswald
Kapfenberg bis Mürzzuschlag
Tel.: 0664/88 61 89 77

Susanna Dellanoi
Bruck an der Mur bis Leoben
Tel.: 0664/85 42 833

www.fab.at


Noch nicht überzeugt? Es gibt unzählige Beispiele und Vorbilder, die es geschafft haben. Einige wollen wir hier vor den Vorhang holen.

Bild 2003_ST_Karrierelotsin-1.jpg
© Thomas Luef

Von Anfang an
Castana Solutions in Kapfenberg

Dass das Bild des IT-Nerds, der den ganzen Tag ausschließlich vor dem Bildschirm sitzt, nicht mehr der Realität entspricht, merkt man bei CASTANA Solutions gleich. Die Geschäftsführung teilen sich Nicole und Maximilian Schaufler. Und insgesamt sind im Unternehmen mehr Frauen als Männer beschäftigt. Für die mehrheitlich mobilen Anwendungen, die CASTANA für Unternehmen mit 40 bis 40.000 Mitarbeitern prozessorientiert entwickelt, ist es entscheidend, gut im Team und mit Menschen zusammenarbeiten zu können. Ein HTL- oder Informatik-Studienabschluss ist nicht von vornherein nötig. Kreativität, Lernwille und Verständnis für die Arbeitsabläufe der Anwender sind entscheidend. „Wir entwickeln unsere Softwarelösungen von Menschen für Menschen. Eine positive ‚User Experience‘ erreicht man nur im ständigen Austausch mit den Menschen, die die Lösung anwenden“, so die Schauflers. Zuletzt wurde ein weiblicher Lehrling über ein Stiftungsmodell aufgenommen. Mit dem Lehrabschluss in „Applikationsentwicklung und Coding“ stehen dem Mädchen alle Türen offen. www.castana.at


Bild 2003_ST_Karrierelotsin-9.jpg
© Thomas Luef

Umsteiger gefragt
SAM GmbH in Kindberg

Ein technisches Unternehmen, in dem zu 60 Prozent Frauen arbeiten, fällt auf. Wenn sich auch Geschäftsführer Michael Grath (Mitte), selbst zweifacher Familienvater, ob seiner positiven Erfahrungen mit gemischten Teams eher darüber wundert, warum dies nicht viel öfter der Fall ist. Beim Zertifizierungsunternehmen SAM GmbH geht man mit entsprechenden Arbeitszeitvereinbarungen und einer offenen Haltung auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Familiensituation ein. So verwundert es nicht, dass viele Frauen wie auch Männer im Betrieb die Möglichkeit nutzen, Teilzeit zu arbeiten. Erst mit einer CE-Kennzeichnung dürfen a ihre Produkte in Europa verkaufen. Mit seiner SAM GmbH in Kindberg sorgt Michael Grath für die entsprechenden technischen Unterlagen. Da es für den Beruf des technischen Redakteurs keine eigene Berufsausbildung gibt, werden über verschränkte Ausbildungsmodelle z. . mit dem FAB auch Umsteiger ausgebildet. Nadja Riedl (Bild) war vor ihrem jetzigen Einsatzbereich als technische Redakteurin als Bürokauffrau tätig, Romana Roth­wangl (Bild links) als Zerspanungstechnikerin. www.ce-sam.at


© Knapp

© Knapp

Karriere und Familie
KNAPP Leoben

Die Karrierewege von Stefanie Seidler (oben) und Sandra Pichler (unten) sind sehr unterschiedlich. Was sie verbindet, ist der berufliche Erfolg und der Arbeitgeber. Die Welt der Technik begeistert. „Auch Frauen“, ergänzt Stefanie Seidler lachend. Nach dem Abschluss der Höheren Bundeslehranstalt für Wirtschaftliche Berufe (HLW) studierte sie an der Montanuniversität in Leoben Industrielogistik. „Für mich war sehr schnell klar, dass ich mein theoretisches Wissen in der Praxis anwenden will.“ Nach einem Praktikum bei KNAPP Systemintegration in Leoben verfasste sie auch ihre Bachelor- und Masterarbeit in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. „Das war der Grundstein für meine Karriere.“

Mit der Abschlussarbeit zum Traumjob. Heute ist Stefanie technische Projektleiterin im Bereich Software Engineering und betreut Kunden auf der ganzen Welt. Für sie haben Frauen in der Technik ein großes Potenzial für den Fachkräftemangel. „Mein Job ist unglaublich spannend. Als Teil der international tätigen KNAPP-Gruppe liegt unser Fokus in Leoben auf automatisierten Lager- und Softwarelösungen für die Lebensmittelbranche. Hier bin ich von Projektbeginn bis zum Vollbetrieb der Anlage die Schnittstelle.“ Was für Stefanie zusätzlich zählt, ist die menschliche Komponente. „Meine Kollegen sind auch meine Freunde – wir unternehmen in unserer Freizeit viel gemeinsam. Bei uns ist das Arbeitsklima sehr familiär.“ Frauen und technische Berufe passen genauso gut zusammen wie Elternschaft und beruflicher Erfolg.

Karriere und Familie – wie der Spagat gelingt. Sandra Pichler bringt Familie und Karriere unter einen Hut – und das ziemlich erfolgreich. Als Leiterin des Marketings war es der zweifachen Mutter von Anfang an wichtig, im Job am Ball zu bleiben. „Deswegen bin ich nach der Geburt meines ersten Kindes gleich wieder geringfügig bei KNAPP eingestiegen. Dabei konnte ich mir meine Arbeitszeit flexibel einteilen.“ Derzeit befindet sich Sandra noch in Karenz mit ihrem zweiten Kind. „Während meiner aktuellen Abwesenheit wurde eine Vertretungsregelung geschaffen. Im Moment erarbeiten wir gerade, wie mein Wiedereinstieg aussehen wird. Bei uns legt man großen Wert darauf, Lösungen zu erarbeiten, die für beide Seiten passen.“ Sandra ist der beste Beweis: Karriere und Familie schließen einander nicht aus. Der Schlüssel heißt Flexibilität. knapp.com/karriere