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Lifestyle | 22.03.2020

Mrs. MONEY – So machen Frauen Finanzen!

Vermögensaufbau mit Eigenkapital für monetäre Unabhängigkeit? Bisher fremdes Terrain für Frauen. Dabei ist finanzielle Intelligenz für die eigene Absicherung wichtiger denn je. Weil: Männer sind keine Pensionsvorsorge!

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© Thomas Luef

Frauen sollten sich ums Geld kümmern. Gerade weil finanzielle Vorsorge nicht nur Männer etwas angeht und Frauen weniger zur Selbstüberschätzung neigen. Zudem verdienen Mütter weniger, wenn sie wegen der Familie beruflich zurückgesteckt haben und mehr in Teilzeit arbeiten als ihre Männer, und sind später stärker von Altersarmut betroffen. Einer OECD-Studie zufolge ist in Österreich die Pension der über 65-jährigen Frauen im Schnitt um 39 Prozent niedriger als bei Männern. Während sich in zwei Drittel der Familien die Väter um die Finanzen kümmern, ist den Frauen die finanzielle Konsequenz nicht bewusst. Das böse Erwachen folgt dann oft mit einer Scheidung.

Make the markets female! Dem möchten immer mehr Finanzexpertinnen, die sich auf Frauen spezialisieren und ihnen die Finanzbranche „frauenfreundlich“ näherbringen, um Berührungsängste zu nehmen, entgegenwirken. Eine dieser „Finanzheldinnen“ ist die Steirerin Verena Koren von Finum Private Finance, die Frauen fit für Wertpapierveranlagungen, Finanzplanung sowie Vermögensaufbau im Allgemeinen macht. Pikantes Detail: Wer heute sein Geld brav auf dem Konto oder Sparbuch liegen lässt, der muss damit rechnen, dass sein Erspartes jährlich an Wert verliert. Schuld daran sind Zinsen am Nullpunkt, während die Inflation steigt. Jährlich verliert Erspartes so zwei Prozent. „Ein Beispiel: Wer 100.000 Euro über zehn Jahre am Sparbuch liegen lässt, hat ob der Inflation einen realen Wertverlust von rund 20.000 Euro“, so Koren. Vermögensaufbau geht also anders. Wie, erklärt die Expertin im Interview:

Finanzielle Kompetenz ist genauso Frauensache. Aber wie eigne ich mir diese an, um mein gespartes Kapital schlau anzulegen?
Es ist wichtig, dass Frauen Verantwortung für ihre Finanzen übernehmen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Grundwissen dazu kann frau sich einfach online auf der Börse-Wien-Homepage, die sämtliche Finanzthemen verständlich näherbringt, einholen. Wissenswertes gibt es ebenso auf der Homepage Damensache.at, wo es insbesondere um Frauen und Finanzen geht.

Welche Strategie sollten Frauen in der Finanzplanung verfolgen?
Für die Veranlagung wird zunächst ein Zeithorizont gewählt: Wann brauche ich mein Geld wieder? Soll es kurzfristig für eine Reserve binnen drei Jahren geparkt werden, langfristig für die Ruhestandsplanung sein oder soll es eine mittelfristige Anlage für Ziele in den nächsten 15 Jahre werden? Rendite erzielt man jedoch am besten mit einer langfristigen Anlage. Sind diese Fragen geklärt, erfolgt die strategische Finanzplanung: also unterschiedliche Investments wie breitgestreute Fonds. Diese können in Form eines Depots oder einer fondsgebundenen Lebensversicherung erworben werden. Der Unterschied liegt dabei in der steuerlichen Betrachtung und ist individuell zu entscheiden. 

Ideal für Mütter in Teilzeitarbeit: Vermögensaufbau geht schon mit kleinen Summen!
Frauen sollten monatlich etwa zehn Prozent ihres Nettoeinkommens langfristig auf die Seite legen. Damit ist man für die Zeit bis zum Pensionsantritt auf einem guten Weg und das Geld arbeitet inzwischen für einen. Umso früher ich damit beginne, desto eher habe ich mein Vermögensziel erreicht.

Aktienanlagen, step by step: Wie fange ich jetzt an?
Entweder ziehe ich einen Experten zu Rate, der mein Depot für mich verwaltet, oder ich eröffne selbständig ein Online-Depot. Danach veranlage ich eine breitgestreute Mischung aus Aktien. Sinnvoll ist es, sein Erspartes monatlich, also nach und nach, umzuschichten, um so den Sparplan auf dem Depot zu füllen und Schwankungen bestmöglich auszugleichen. Strategisch dabei bitte immer langfristig denken.

Brauche ich dazu unbedingt einen Broker?
Professionelle Unterstützung zahlt sich immer aus. Der Experte sollte jedoch eine Institution sein, die für den Kunden arbeitet und nicht an einen Produktanbieter gebunden ist. Depots gibt es nicht nur bei Finanzexperten oder Banken, sondern ebenso bei eigenen Online-Depot-Banken.

 

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© Thomas Luef

Wie gelingt beim Vermögensaufbau die finanzielle Kontrolle?
Prinzipiell kann man täglich das Depot einsehen, jedoch macht es keinen Sinn. Bei längerfristigen Veranlagungen sollten einen die kurzfristigen Schwankungen nicht interessieren. Diese haben für den langfristigen Horizont keine Bedeutung. Wichtig ist, sein Kapital, je näher das Ziel kommt, mit geringer Volatilität zu veranlagen. Die einzige Konsequenz, die man beibehalten sollte, ist die des kontinuierlichen Sparens, denn die Welt des Konsums kann verführerisch sein.

Die wichtigsten Tipps bei der Wertpapierveranlagung?
Breite Streuung, unterschiedlichste Fondsgesellschaften wählen, wissen, wann man sein Geld braucht und welche Schwankungen ich aushalte. Auf längere Sicht gesehen sind Aktienfonds aber das beste Investment.

Wie sieht eine sichere Anlagestrategie genau aus?
Grundsätzlich reden wir beim Vermögensaufbau mittels Aktien nie von einer Einzelaktie, sondern von Fonds.Dabei investiert man in viele unterschiedliche Unternehmen, Branchen und Regionen und hat den Vorteil, dass sich ein Profi am Finanzmarkt darum kümmert. Je nach Risikoneigung des Kunden befinden sich mehr oder weniger Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe usw. im Depot. Das ist immer eine individuelle Entscheidung.

In welches Investment sollte ich mein Kapital investieren?
Aus meiner Sicht langfristig in breitgestreute Aktienfonds, weil diese nicht nur renditestärker, sondern ab einem Anlagehorizont von zehn Jahren und unter der Berücksichtigung von Inflation sicherer sind. Ein Kapitalerhalt wurde bei Aktien spätestens nach 20 Jahren Anlagehorizont erreicht, bei Anleihen und Gold ist dies nicht einmal nach 50 Jahren gewährleistet.

Und wie sieht eine gekonnte, breite Streuung genau aus?
Laut Studien hat man bei einer Haltedauer von mindestens zehn Jahren das optimalste Risiko mit einer Aktienquote von 60 Prozent. Ab 15 Jahren Anlagehorizont ist ein reines Aktienportfolio grundsätzlich die beste Wahl.

Was sind typische Anlagefehler und wie lassen sich diese umgehen?
Viele Anleger machen es genau falsch herum: Sie deponieren ihr Geld ewig am Sparbuch, wo es weniger wert wird, oder investieren planlos und wenn der Kurs nach drei Jahren fällt, verkaufen sie ihre Fonds mit Verlust und investieren aus schlechter Erfahrung nie mehr wieder. Wer sein Geld erst in vielen Jahren für sein angestrebtes Ziel zur Verfügung haben möchte, der hat mit Aktienfondsportfolios noch immer den größten Ertrag – die Anlagedauer ist für die Höhe des Aktienanteils das Geheimnis dahinter. Und stellen Sie Emotionen bitte hintan.


Buchtipp

„Money, honey! Vorsorgen und investieren für Einsteigerinnen“ von Larissa Kravitz

Obwohl auch im Jahr 2020 noch viele Frauen von Altersarmut bedroht sind, scheuen Frauen immer noch davor zurück, ihre Finanzen selbstbewusst zu managen und ihr Geld nachhaltig anzulegen – zu sehr hält sich der Mythos vom Finanzmarkt als Männerdomäne. „Schluss damit“, sagt Larissa Kravitz.


Damensache

Kostenloser Workshop & Vorträge zum Thema Finanzplanung für Frauen

Wann: 18. März 2020, 18.30 Uhr

Wo: KF-Uni Graz

www.damensache.at