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Lifestyle | 22.01.2020

Räuchern für die Seelenkraft

Es heißt, Gerüche öffnen Tore im Körper. Mittels Räuchern zum Beispiel. Wie das genau funktioniert, erklärt die Grazer Schamanin Maya Hofer – und sorgt mit frischen Energien für einen guten Start ins neue Jahr.

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© Shutterstock

Die Geschichte des Räucherns ist so alt wie die Menschheit selbst. Es gibt kein Volk auf dieser Welt, wo nicht am Feuer beisammengesessen und geräuchert wurde. Die steirische Schamanin und Energetikerin Maya Hofer lässt seit rund zehn Jahren genau diesen Brauch wieder aufleben. Dabei möchte sie ihren Klienten die duftende Welt des Räucherns neu verstehen lehren und zeigen, wie man diese natürliche Energiequelle wieder für sich entdecken und nutzen kann. Genau das praktizierte die Schamanin kürzlich im Büro der STEIRERIN und räucherte alte, verbrauchte Energien bei uns aus und legte mit wohltuenden Düften neue Kraft nach. Das Resultat: frische Motivation, neue Kraft und verbessertes Raumklima. Aber Schamanismus kann noch mehr …

 

Maya Hofer, Schamanin & Energetikerin lässt alte Traditionen wieder aufleben. © Thomas Luef


Du bist ausgebildete Schamanin. Was bedeutet das genau?

Maya Hofer: Heute bedeutet Schamanismus nicht mehr Wunderheilung und böse Geister austreiben, sondern Menschen wieder mit sich und der Natur zu einen. Dabei geht es um Praktiken wie Waldbaden, Naturcoaching und in die Familiengeschichte eintauchen. Jeder Schamane hat aber seinen eigenen Themen-Schwerpunkt.


Das Resultat?

So oder so fühlen sich die Menschen danach wieder besser und wissen meist nächste Schritte in ihrem Leben zu setzen. Blockaden werden gelöst, denn nichts ist heilsamer als die Natur.


Die Seele spielt aber nach wie vor eine wesentliche Rolle?

Klar, es gibt einige Menschen, die Probleme mit alten Häusern haben, in denen Seelenanteile von Verstorbenen für negative Energien sorgen. Ein Beispiel: Meine Freundin hatte ein Lokal in alten Gemäuern in Graz übernommen und alles neu eingerichtet. Jedoch wurden die Geräte in kurzer Zeit immer wieder defekt und auch der Keller flößte den Mitarbeitern Angst ein. Ich habe dann schnell gemerkt, dass ich das alleine nicht schaffe, und habe ein paar Kollegen aus dem Schamanismus gebeten, uns zu helfen. Wir haben zwei bis drei Stunden geräuchert, danach war der Spuk vorbei. Meine Freundin hat anschließend im Stadtarchiv recherchiert und herausgefunden, dass unter dem Gebäude einst eine Pestgrube war.


Das Räuchern ist also ein Brauchtum, das auch heute noch Positives bewirken kann?

Das Räuchern ist mittlerweile mehr Standard als ein neuer Trend. Ich denke, dass das Bedürfnis, der Schnelllebigkeit zu entfliehen, raus aus dem virtuellen Leben und rein in einen entschleunigten, geerdeten Lebensstil zu finden, für viele ein großes Thema ist. Und Bräuche sowie Traditionen helfen uns dabei.


Im Schamanismus ist das Räuchern aber nur eine Technik, der tranceähnliche Bewusstseinszustand ein anderer. Wie gelingt energetische Reinigung noch?

Neben dem Naturcoaching, bei dem ich in Gruppen mit den Leuten durch den Wald gehe, und dem Räuchern helfen auch kleine Rituale, damit man sich wieder besser spüren lernt: Ein Dankesbrief an seine Ahnen zu schreiben, kann helfen. Dabei zündet man eine Kerze an, sendet einen guten Wunsch zum Verstorbenen und legt den selbst verfassten Brief daneben. So erinnern wir uns wieder bewusst an die Stärke unserer Vorfahren und dass diese auch in uns weiterlebt. Das gibt uns wieder neues Selbstvertrauen.


Wie wird man zur Schamanin?

Der Schamanismus fällt unter Religionsausbildung und darf daher frei praktiziert werden. Umso wichtiger ist es, als Klient bei der Wahl des passenden Schamanen auf sein Bauchgefühl zu hören. Einen seriösen Schamanen erkennt man daran, dass er keine Heilungen verspricht und nicht zu abgehoben in seinem Auftreten wirkt. Schamanen schmeißen nicht mit Knochen und sehen damit schon gar nicht in die Zukunft (lacht).

 

© Thomas Luef

 


Wie sieht der schamanische Weg aus?

Alles ist belebt und beseelt. Daher können wir mit allem in Kontakt treten. Wir sind Teil des großen Ganzen und somit erfahren wir mehr Selbstverantwortlichkeit.


Während und nach der Weihnachtszeit kommen die Raunächte. Bist du da besonders aktiv?

Ja, klar (lacht). Damals glaubte man, man müsse sich vor den kalten Winterstürmen und der dunkelsten Zeit des Jahres, die Geister und Dämonen mitbringt, schützen. Heute nutzt man den Jahreswechsel dazu, alte Energien aus dem Haus zu bringen und durch neue zu ersetzen. Speziell in den Raunächten wird traditionell mit heimischen Kräutern und Harzen geräuchert: Geeignet ist eine Mischung aus Johanniskraut, das Licht ins Haus bringt, Wacholderspitzen für Schutz und Segen und Fichtenharz für Naturverbundenheit.


Ist die schamanische Frauenkraft eigentlich eine andere?

Ich persönlich finde das schon. Schamanen haben oft einen direkten Weg und Umgang mit einem Thema. Schamaninnen hingegen denken gerne quer, sind mütterlicher oder eine wilde Naturfrau mit Urgewalt. Es gibt also für jeden den passenden Schamanen. Was mich angeht: Ich bin direkt und sage meinen Klienten deutlich, wenn sie am falschen Weg wandeln.

 

© Thomas Luef

Richtiges Räuchern für zu Hause

  • Was ist Ihre Absicht? Benötigt das Eigenheim einen neuen Duft für mehr Wohlbefinden oder sollen Energien gereinigt werden? Je nach Absicht stellt sich auch die passende Räuchermischung zusammen.
  • Für den guten Duft eignet sich die Räuchermischung aus Rosen, Weihrauch und Thymian. Diese werden über einem kleinen Sieb mit Kerze erhitzt.
  • Möchte man reinigen, wird auf Kohle und bei geöffneten Fenstern geräuchert. Zunächst mit weißem Salbei, der schlechte Energien vertreibt, danach wird mit Weihrauch oder Dammar aufgefrischt, um Licht und Wärme in die Wohnräume zu bringen. Wer eine lichtvolle Stimmung bevorzugt, der kann Rosenblüten mit Lavendel mischen.