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Lifestyle | 27.11.2019

Hallo Südluft

Mit Kleinkindern dem steirischen Alltag entfliehen: Fünf Wochen zog Karin Heschl-Polzhofer Anfang des Jahres in ihr persönliches Paradies - nach Südafrika.

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© Shutterstock

Die Abenteuerlust trieb Karin Heschl-Polzhofer im März mit Mann, Töchterchen Franziska und Baby Johann in den südlichsten Süden: In die Weingegend rund um Kapstadt. Mit der STEIRERIN sprach sie darüber, wie man mit Kleinkindern über längere Zeit verreist und wieso die Region rund um Kapstadt ein idealer Ort für eine Auszeit ist.

Woher kam die Idee – und wieso wurde es gerade Südafrika?

Grund der Reise war die freie Zeit in der Karenz sowie mein starker Heuschnupfen: Wir wollten im März irgendwohin „flüchten“, wo ich keine Allergien hätte. Da hat sich Kapstadt super angeboten: In unserem Frühling ist dort Herbst. Pluspunkte mit den Kindern waren auch, dass es keine Zeitumstellung gibt, die tolle medizinische Versorgung, keine nötigen Impfungen und die relative Sicherheit in der Region. Meine Mutter war schon mehrmals vor Ort und hat so sehr von der multikulturellen und weltoffenen Lebensfreude geschwärmt.

Wie und wo habt ihr gelebt?

Wir haben uns für das Landesinnere entschieden, weil das Klima dort milder ist als an der Küste. Über Airbnb haben wir ein Haus in Pearl Valley gemietet, das war mit den Kindern angenehmer als ein Hotel. Es war eine schöne Weingegend mit vielen Farmen, an den Strand oder nach Kapstadt brauchte man nur ungefähr eine Stunde.

Wie sah euer Alltag aus?

Wir haben viele Ausflüge in die Region gemacht, die Landschaft ist wunderschön und abwechslungsreich. Es gibt viele Farmen mit Streichelzoos, Restaurants und Hofmärkten und Weingüter zu besichtigen. Wir sind auch oft an den Strand gefahren, haben Safariparks besichtigt und sind durch die schönen Städte Stellenbosch und Franschhoek flaniert.
Das Leben vor Ort ist wesentlich günstiger als daheim. Wenn wir etwa mittags mit den Kindern essen waren, zahlten wir inklusive Getränke um die 10 Euro. Man kann hier sehr günstig sehr gut essen.

 

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© Shutterstock

Was hat die südafrikanische Küche zu bieten?

Die Küche ist wahnsinnig gut: abwechslungsreich, frisch und natürlich. Es gibt ausgezeichnetes Rindfleisch, Steak essen ist also ein Muss. Kulinarisch typisch ist das Braai, ein Barbecue. Das steht quasi überall am Speiseplan und jedes Haus besitzt einen eigenen Grill. Malvapudding ist mein liebstes Dessert: Das ist ein helles Biskuitküchlein mit Vanillesauce, das die Kalorien absolut wert ist. Wenn man in Kapstadt durch das Viertel Bo-kaap spaziert, sollte man unbedingt ma-laysisch essen gehen. Das Restaurant Codfather in Camps Bay ist ein wahnsinnig gutes Fischrestaurant.

Wie sind die Menschen so und was schätzt du am südafrikanischen Flair?

Die Menschen vor Ort sind sehr kinderfreundlich! Kellner haben uns mehrmals angesprochen, ob sie Johann auf den Arm nehmen dürfen. Das ist uns in Österreich noch nie passiert. Sie sind wahnsinnig offen, lebensfroh und freundlich, wir hatten nie schlechte Erfahrungen.
Sehr gut gefallen hat mir der Melting Pot in Kapstadt: Auf den Straßen ist die Stimmung toll, es gibt überall Musik, Gesang und Tanz.

Reisen mit Kleinkindern – hast du Profi-Tipps?

Mit der AUA gibt es einen Direktflug nach Kapstadt, das hat uns schon mal viel Stress erspart. Im Flieger hatten wir Fläschchen zum Druckausgleich. Die Babytrage ist ein guter Tipp für den Flughafen. Vor Ort gibt es wirklich alles, was man möchte: Von Milchpulver über Hipp und Pampers in allen Formen und Größen – und viel billiger. In der Reiseapotheke hatten wir nur das Nötigste mit, da die medizinische Versorgung wirklich top ist. Auch das Leitungswasser hat Trinkwasserqualität. Das Westkap ist sozusagen eine Safe-Variante für Abenteuerlustige.

Möchtest du wieder einmal nach Westkap fliegen?

Der nächste Flug ist schon gebucht! Wir fahren nächsten März wieder für fünf Wochen an den selben Ort, wir haben sogar das selbe Haus gebucht. Wir freuen uns! 

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Westkap

Die Hauptstadt der südafrikanischen Provinz Westkap ist Kapstadt. Sie erstreckt sich vom Kap der Guten Hoffnung 400 km nördlich und 500 km östlich entlang der Küsten des -Atlantischen und Indischen Ozeans.

Das Klima ist größtenteils warm-gemäßigt mit kühlen Wintern und trockenen Sommern, zu vergleichen mit der Mittelmeerregion.

Großes Kulturerbe ist der Weinbau. Die Weingegend mit wunderschöner Landschaft umschließt die Städte Stellenbosch, Franschhoek und Paarl.

Es gibt keinen Zeitunterschied zu Österreich, weshalb Reisen sich sehr angenehm gestalten.


Meine Tipps

1. In Stellenbosch bei Cold Gold ein veganes Eis essen gehen. Es schmeckt wirklich sehr lecker, ist 100  Prozent natürlich und aus lokalen Bio-Zutaten. Ich finde es toll, dass es in Südafrika so viele innovative, engagierte Jung-Unternehmerinnen gibt. Danach durch die Innenstadt von Stellenbosch flanieren.

2. Bei einem Kapstadt-Besuch an die Waterfront spazieren, das ist die Hafengegend. Dort gibt es viele Food Markets, leckere Restaurants und Shops mit schönem Kunsthandwerk. Ein Abstecher in das Two Oceans Aquarium ist besonders mit den Kindern eine gute Idee. Danach ins MOCAA, ein Museum mit toller zeitgenössischer afrikanischer Kunst.

3. Am Bloubergstrand einen Spaziergang machen. Hier gibt es endlose Sanddünen zum Runterrutschen, man kann die vielen Kite-Surfer beobachten und hat einen schönen Blick auf den Tafelberg.

4. Safari muss sein: Uns hat der Game Drive im Aquila Private Game Reserve super gefallen. Hier kann man bereits halbtägige Safaris buchen, um die Big 5 in freier Wildbahn zu erleben. Schon die Anfahrt dorthin ist ein Erlebnis, da man über die Berge und vorbei an wunderschönen Weingütern fährt. Auch die kleineren Safariparks sind sehr schön, wie etwa die vielen privat geführten Lodges, die oft verletzte Tiere aufnehmen.

5. Ein Besuch bei Betty’s Bay ist einen Ausflug wert: Hier wandert man über die Stege im Naturpark und begegnet süßen Pinguin-Kolonien. Robben sahen wir auch hin und wieder.

6. Richtig gute und trotzdem sehr günstige Pizza gibt es bei Col’Cacchio. Das ist ein Kettenrestaurant, das uns besonders in Franschhoek gefallen hat. In der Ortschaft in der Weingegend merkt man den starken Einschlag der holländischen Architektur.

7. Das Delaire Graff Estate ist ein traumhaft schönes Weingut in der Nähe von Stellenbosch. Wir waren hier nur einmal auf ein Getränk, man könnte aber auch teuer übernachten. Die Gegend ist wunderschön, mit herrlichem Ausblick über die Weinberge und auf den Tafelberg.


Unterwegs in Südafrika: ein Reisebericht von Karin Heschl-Polzhofer.