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Lifestyle | 12.09.2019

Da geht's lang!

Elisabeth Zienitzer und Silvia Sarcletti sind vom Gletscher zum Wein gewandert. Darüber haben sie einen Reiseführer geschrieben und uns von ihren Erfahrungen berichtet.

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© beigestellt

Was ist eure persönliche Bilanz vom Gletscher zum Wein?
Wir haben von Juni bis Oktober 2018 alle 60 Etappen der Nord- und Südroute „Vom Gletscher zum Wein“ mit insgesamt 945 Kilometern und 38.465 Höhenmetern erwandert.

Und eure materielle Bilanz?
Ein paar Wanderschuhe sind draufgegangen, abgenommen haben wir nichts, dafür ist die steirische Küche einfach zu gut. Allerdings haben wir einiges an Muskelmasse aufgebaut, vor allem an den Beinen und am Po. Bergaufgehen eignet sich da sehr gut!

Hat euch auf der Strecke etwas  überrascht?
Mehrere Tage durchzuwandern, bedeutet, sich nur noch auf wenige Dinge konzentrieren zu müssen – und das sind Wandern, Essen und Schlafen. Wie facettenreich die Steiermark ist, zeigt sich in den 35 Etappen der Nord- und 25 Etappen der Südroute. Wir sind über Gletscher gewandert, über Berge, Hügel, Hochplateaus, Scharten, Kämme, Bergrücken, Schotterflächen, Dolinen, Schneefelder und Wiesenflächen durch Schluchten, Kare, Täler und  Karstlandschaften, kamen an Quellen, Bächen, Flüssen, Mooren vorbei und durchwanderten Wälder, Obstflächen, Weingärten, Hopfenplantagen, Ackerflächen, Städte, Dörfer und Streusiedlungen. Es war herrlich.

 

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Was ist eure Lieblingsetappe und warum?
Lieblingsetappen können wir eigentlich keine nennen. Es ist das Gesamte – und der Abschluss. Eine perfekte Wanderung schließt mit einem guten Glas Wein oder Bier und einem guten Essen ab.

Welche Wandererfahrung, die ihr gemacht habt, würdet ihr gern „Nachwanderern“ ersparen?
Wir hatten zum Glück keine unangenehmen Erlebnisse. Wenn man sich gut vorbereitet und auch über etwas Erfahrung verfügt, ist Weitwandern einfach eine großartige Erfahrung.

Was ist die perfekte Jahreszeit für diese Wanderung?
Jede Region hat ihre Wanderzeit. Ein wichtiger Punkt für die Planung der Tour bzw. Touren ist die Berücksichtigung des Wetters. Niemand wandert gerne im Hochsommer bei 35 Grad im Schatten in der Südoststeiermark auf Asphaltwegen mit nur gelegentlich schattenspendenden Wäldern. Andererseits wäre es auch nicht klug, in der gewitterträchtigen Zeit eine mehrtägige Bergtour zu unternehmen.

 

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Wie fit muss man für Weitwandern sein?
Es braucht schon eine gute Grundkondition und alpine Erfahrung. Es ist ein großer Unterschied, da und dort eine leichte Halbtags- oder Tageswanderung zu unternehmen oder sich der schönen Herausforderung von Mehrtageswanderungen zu stellen. Auch hier empfiehlt es sich – wie bei vielen anderen Dingen im Leben auch – mit kleinen Dosen zu beginnen.

Was macht für euch den Reiz des Weitwanderns aus?
Wenn man mehrere Tage wandert, lernt man nicht nur seine Heimat, sondern auch sich selbst besser kennen. Für viele ist es nicht nachvollziehbar, dass man freiwillig über mehrere Tage – und das bei fast jedem Wetter – wandert und dabei auch noch sein eigenes Gepäck mitschleppt. Zugegeben, zwischendurch ist es mitunter mühsam und man stellt sich die Frage: Was tue ich hier eigentlich? Und dann kommt die Faszination des Weitwanderns ins Spiel: Es ist schön, seinen Körper zu spüren, sich Wind und Wetter auszusetzen, seine Komfortzone zu verlassen und nach vielen Kilometern und Höhenmetern unendlich stolz auf sich zu sein.


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Wanderführer „Vom Gletscher zum Wein“, erschienen im Rother Verlag, 15 €.