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Lifestyle | 25.03.2019

Bildertisch

Das Interior-Label „Ivy Design“ der Grazerin Verena Lang steht für minimalistisches Wohndesign, für nachhaltige Möbelstücke und für platzsparendes Einrichten. Ein Wohntrend aus Paris, made in Austria.

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Die Grazer Interior-Designerin Verena Lang setzt mit ihrem „Picture Table“ auf multifunktionale Möbel für „small spaces“. © beigestellt

Paris. Die Stadt der Lichter, der Liebe und der kleinräumigen Wohnmöglichkeiten. So hat die Grazer Möbeldesignerin Verena Lang die Weltmetropole während ihres Erasmusstudiums kennengelernt. Vor allem Letzteres ist ihr in besonderer Erinnerung geblieben: Eine Garconniere für zwei mit Kitchenette, einer Schrankküche, und ein Wohn- und Esszimmer ohne ordentlichen Tisch. Dass sogenannte „space saver“ durch die immer teurer und kleiner werdenden Wohnungen zunehmend eine Rolle spielen, erkannte sie ob dieser beengten Wohnsituation also sehr rasch. Eine Erkenntnis, die später ihre gesamte Designrichtung beeinflussen sollte.

Mit dem Studium im Bereich Industrial Design entwickelte sich nach und nach ihre Vorliebe für multifunktionale Möbelstücke, ausschließlich aus europäischen Hölzern gefertigt. Heute arbeitet die Grazerin mit Schichtholz, um genau zu sein, und mit einer Palette aus unterschiedlichen Holzarten, die sie miteinander kombiniert, damit ihre Möbelstücke leichter und praktikabler ausfallen. Das habe sich besonders bei ihrer Möbelinnovation, dem „Picture Table“, bewährt, der nach dem Essen einfach zusammengeklappt und als Bild an die Wand gehängt wird. „Für die Möbelausstellung entwickelte ich einen Prototyp eines platzsparenden Tisches. Das Feedback der Besucher war so positiv, dass ich das Design samt Funktion verbesserte“, erinnert sich Lang an erste Anfänge. Das Besondere an diesem Tisch: seine Multifunktionalität, die Nutzbarkeit als Tisch und durch das Nach-oben-Klappen kann dieser als dekorativer Bilderrahmen an der Wand genutzt werden. Das entspreche dem Zeitgeist modernen Möbeldesigns. Hingucker garantiert – in jeder Variante, als Bilderahmen wie als Esstisch, der einerseits an der Wand nur heruntergeklappt oder gänzlich heruntergenommen werden kann, um frei im Raum platziert zu werden. Sofern es die Räumlichkeit zulässt.

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© beigestellt

Nachhaltiges Wohnen. Und ja, dieser „Picture Table“, der majestätisch im XL-Format Wohn- und Esszimmerwände schmückt, mimt reduzierte Schönheit. Zunächst als simpler, schwarzer Rahmen, der übergroße Bilder oder Fotos stilvoll in Szene setzt. Dann, mit nur wenigen Handgriffen, wird der Bildertisch, den es in drei unterschiedlichen Ausführungen (Standard, Classic, Premium) gibt, durch einen in Österreich speziell entwickelten Klappmechanismus von oben nach unten geklappt oder gänzlich abgenommen und avanciert so zum stilvollen Esstisch. Praktisch, platzsparend und designtechnisch auf den Punkt gebracht. Qualität und Langlebigkeit, kombiniert mit zeitloser Fasson stehen nämlich für die Designerin, die mittlerweile der Liebe wegen in Vorarlberg lebt und zweifache Mama ist, an erster Stelle. Ebenso die Zusammenarbeit mit regionalen Tischlern; generell seien ihr sozioökonomische Betriebe ein Anliegen. „An meiner Wahlheimat ist mir positiv aufgefallen, dass man großen Wert auf lokale Produkte, Handwerk und hohe Qualität legt, wofür man gerne etwas mehr Geld ausgibt. Das verinnerlicht man hier sehr schnell.“ Kein Wunder also, dass Nachhaltigkeit und regionale Betriebe Teil ihrer Unternehmensphilosophie geworden sind.

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VORHER/NACHHER: Der Bildertisch hängt hauptsächlich als XXL-Bilderrahmen an der Wand (oben) und kann bei Bedarf zum Esstisch heruntergeklappt werden. © beigestellt
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Ein spezieller, in der Steiermark gefertigter Klappmechanismus wandelt Bilderrahmen zum Esstisch und umgekehrt. © beigestellt
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VORHER/NACHHER: Der Bildertisch hängt hauptsächlich als XXL-Bilderrahmen an der Wand (oben) und kann bei Bedarf zum Esstisch heruntergeklappt werden. © beigestellt

Inspiration für neue Funktionsmöbel entstehe laut Möbeldesignerin dort, wo ein Bedürfnis beim Wohnen passiert. Wohnknappheit wird somit zum Quell neuer Möbellösungen, die auf minimalistische Weise wieder Raum in den eigenen vier Wänden erlauben. „Dabei versuche ich aktuelle Trends auszublenden und bei der Materialwahl freier heranzugehen“, erklärt Verena Lang, die aktuell auch in Richtung platzsparende, funktionale Kindermöbel denkt. Ihre Handschrift: raffinierte Multifunktion, ökologisches Material und klare Formensprache für „small spaces“. Leben findet immerhin vorrangig zu Hause statt und dafür muss Raum geschaffen werden. Wohl überlegt und mit hohem Anspruch an Ästhetik sowie Funktionalität. Möbelstücke passen sich ihren Bewohnern wie auch deren Wohnbedürfnissen an und nicht umgekehrt. Eine Interieur-Entwicklung, die ihren Anfang in internationalen Metropolen nahm und mittlerweile sogar in unseren heimischen Kleinstädten immer stärker das Wohnbild prägt. Filigrane, platzsparende und multifunktionale Möbel sind gefragt wie nie. Das Gute an dem Inventar mit klarer Formensprache: Minimalismus liegt im Trend, ist angesagter Lifestyle und schafft Platz für neue Weiten in den eigenen vier Wänden. Oberstes Credo auf engem Raum, dem Verena Lang weiterhin folgen will. Ganz egal ob bei ihren platzsparenden Tischen oder Spielzimmer-Einrichtungen. Stets in ihrer geradlinigen Handschrift sowie in reduzierter Eleganz mit multifunktionaler Raffinesse designt, die oftmals erst auf den zweiten Blick Einrichtungsgegenstände als effektive Gadgets für zu Hause erkennbar machen.

 

Ich versuche aktuelle Möbeltrends
auszublenden, freier an die

Materialwahl heranzugehen und
auf Multifunktionalität zu achten.

Verena Lang, Möbelsdesignerin

 

Und damit ihre puristischen Möbeldesigns ohne Transportschäden ins Ausland, ja sogar oft nach Übersee, verschickt werden können, legt Lang ihr Hauptaugenmerk ebenso auf Designs, die für den Online-Verkauf geeignet sind. Diese werden für den Versand in speziell von Tischlern gefertigten Holzboxen oder in recycelten Kartonboxen verpackt, damit sie umweltfreundlich und funktionstüchtig in ihrem neuen Heim ankommen – um auf minimalistische Art und Weise nützlich zu sein und um letztendlich doch wieder etwas Raum zurückzugeben.