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Lifestyle | 07.01.2019

Räume für Träume

Raumgestaltung zeigt sich so facettenreich wie seine Bewohner. Und modisch äußerst kontrovers. Weil Stilbruch zum Wohnen dazugehört, weiß Interior-Expertin Regina Friedrich. Ausnahmslos.

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© Thomas Luef

Das eigene Zuhause ist eine Bühne. Für die Inszenierung seiner Wohnträume und für die Gestaltung seiner ganz persönlichen Wohlfühloase, die uns Raum zur Entfaltung gibt. Mehr noch: Mit der entsprechenden Raumgestaltung werden die eigenen vier Wände zum Showroom individueller Persönlichkeit. Und Stil ist dabei sinnliches Detail. Immer.
Dafür steht übrigens auch die Grazer Interior--Designerin Regina Friedrich von Stilfrage. „Beim Einrichten geht es um die Verbindung von individuellen Bedürfnissen und Interieur. Das passende Farbkonzept und der besondere Stilmix runden das Wohnen optisch ab.“ Raum für Raum werde so, laut Einrichtungsexpertin, ein Wohnstil geprägt, der an die Persönlichkeit des Bewohners heranführe. Raumgestaltung mit Maß und Ziel sowie außergewöhnliches Interieur sind dabei genauso wichtige Ingredienzien des Wohndesigns wie die Stilfrage an sich. Es sei letztendlich das Ergebnis großartiger Ideen, die zum unverwechselbaren Wohnstil führe.
Wie das geht, fragen wir. Die Antwort folgt prompt: „Das Besondere passiert durch die Kombination aus unterschiedlichen Materialien und einem Farbmix, der aus verschiedenen Nuancen aus einer Farbgruppe entsteht.“ Helle Naturtöne bilden dabei die Basis, die beispielsweise mit dunklem Blau, Taubenblau und weiteren Blautönen bis hin zu Petrol farbenkräftig akzentuiert wird. Hinzu gesellen sich weitere Materialien wie Holz, Marmor, Keramik und Korb. Am besten allesamt einander zur Seite gestellt, weil entscheiden müsse man sich beim Einrichten schon lange nicht mehr. Erlaubt ist, was gefällt und worin einem der Wohlfühlfaktor am höchsten erscheint. Dabei gilt „mehr ist mehr“, weiß Friedrich, die dazu rät, viele Details, die jedoch alleine für sich geradlinig und puristisch im Design wirken, zu einen. So gilt es, statt nur einem großen Wohnzimmertisch mindestens drei Tische in unterschiedlichen Größen und Farbnuancen zu kombinieren. Gleiches gilt auch bei Hängeleuchten, die mindestens zu zweit platziert werden, sowie bei Teppichen, die in unterschiedlichen Größen und Farbgebung (jedoch aus einer Farbfamilie) teils überlappend im Raum drapiert werden. Das gestalterische Tüpfelchen auf dem „i“: elegante Tapeten, originelle Stehlampen als Hingucker und ein besonderer Sofasessel mit Alleinstellungsmerkmal. Hinzu füge sich laut Expertin stets Persönlichkeit.

 

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Mut zur einzigartigen Raumgestaltung: Alt und neu ergeben zusammen einen individuellen Stilmix. © Thomas Luef

Ich wohne, also bin ich. „Ich frage meine Kunden zuerst nach ihren Wohnbedürfnissen, erst danach folgt die Stilfrage“, erklärt Friedrich. Fragen wie „Wie möchte ich wohnen?“, „Wohin soll im Wohnzimmer fokussiert werden: auf die TV-Ecke oder auf die Leseecke?“ lenken durch die perfekte Raumgestaltung. „So, wie man leben möchte, sollte man sein Heim gestalten. Das Design ergibt sich nach und nach.“ Dafür reiche schon ein durchdachtes Redesign, bei dem bestehendes Mobiliar neu platziert und mit neuem Interieur akzentuiert wird. Das meint Individualität. Und neue Wohnlichkeit. Generell gilt: Beim Wohnen ist alles erlaubt, solange es einem selbst gefällt und letztendlich miteinander harmoniert. Regina Friedrichs Wohntipp: „Kombinieren Sie Altrosa mit Grau oder Naturtönen, das lässt die Pastellfarbe erwachsen wirken. Übrigens die ideale Farbwahl für das Schlafzimmer, da Altrosa die wärmste Farbe ist.“ Groben Stoffen werden feine Materialien an die Seite gestellt und Details in Metallicfarben wie Kupfer, Silber oder Altgold. Allem voran: Trend-Materialien wie Samt oder Leinen. Und das wohl wichtigste Wohnaccessoire – eine Portion Mut. Denn dieser sorge wie so oft für das gewisse Etwas im Gesamtkonzept.

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Aus einer Farbfamilie werden unterschiedliche Nuancen und Materialien miteinader kombiniert. © Thomas Luef