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Lifestyle | 20.12.2017

Keine Angst vor Mr. Frost!

Der Winter ist jene Zeit, die Mütter am meisten fürchten. Kälte, Zeitumstellung und Schulstress schwächen Kinder und bringen gesundheitliche Probleme mit sich. Doch etwas Gutes hat es. Der erste Wintersonntag hat eine Stunde mehr Morgen und allen Gefahren zum Trotz bringen Hilfsmittel den Nachwuchs gesund durch den Winter.

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© Shutterstock

Ronja fühlt sich wohl. Sie läuft barfüßig im noch schneebefreiten November über den Spielplatz und hat Spaß. Nicht einmal die dünne Eisschicht, die eine seichte Lache in der Wiese bedeckt, schreckt ihre Mutter davor ab, Kälte als Verbündeten statt Krankmacher zu sehen. Längst ist sie ein sicheres Zeichen für viele andere, das Kind behutsam in mehrere Schichten zu packen und erst mit Haube und Handschuhen frostsicher in den Alltag zu entlassen. Doch Ronja ist warm. Und sie war schon sehr lange nicht mehr krank. Viel mehr ist Ronja unempfindlich gegen Kälte und Krankheiten geworden; sie hat sich abgehärtet.

 

Kids wie Ronja gibt es mittlerweile nicht viele. Dafür umso mehr Kinder, deren Mütter mit dicken Pullis und der großräumigen Meidung des Winters der Kälte trotzen. Bloß nicht zu viel Winter an die behütete Gesundheit lassen, lautet das Credo der sogenannten Helikoptermütter – jene überfürsorglichen Mamas, die ihre Kleinen schon bei acht Grad Zuhause im Warmen wissen wollen. Dabei lässt sich das Immunsystem gerade in der kalten Jahreszeit trainieren. „Kinder sollten nicht ,verzärtelt‘ werden. Also raus an die frische Luft“, rät Gerhard Kobinger von der Apothekerkammer Steiermark. „Die gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ungesüßten Getränken statt Fast Food und Soft Drinks ist wichtig. Und ich empfehle die Grippeimpfung für Kinder ab drei Jahren, da Kinder bekanntlich die Motoren für die Verbreitung von Infekten sind.“ Erkältungsviren haben nämlich dann eine Chance, wenn sie auf eine geschwächte Abwehr treffen. Acht bis zwölf Infekte pro Jahr seien bei Kleinkindern im Vor- und Grundschulalter jedoch normal. Deshalb sind sich Gesundheitsexperten einig: Trotz des manchmal ungemütlichen Wetters sollten Kinder an der frischen Luft Bewegung machen – bei gutem Wetter so lange wie möglich und wenn es frostig wird, reichen ein bis zwei Stunden täglich. „Danach heißt es früh ins Bett“, so Kobinger, „weil genügend Schlaf weiterhin für eine gute Abwehrreaktion sorgt.“

 

„Die Bachblütentherapie stellt eine gute Möglichkeit dar, Kinder wieder ins harmonische Gleichgewicht zu bringen.“, Veronika S. Schatz, Heilpraktikerin

 

Hilfe, Zeitumstellung.

Doch mit dem Konzept Winterzeit haben die Kleinen so ihre Schwierigkeiten. Während wir uns meist nach wenigen Tagen an die Zeitumstellung gewöhnt haben, haben es Babys und Kleinkinder weniger leicht, sich an den neuen Rhythmus anzupassen. Das Resultat: Schlafprobleme, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Horrorszenarien für ohnehin schon erschöpfte Mamas. Der kindliche Biorhythmus, die unerbittliche innere Uhr, ist gestört. „Eine Möglichkeit, unseren Kleinen diesen Übergang zu erleichtern, wäre, schon eine Woche früher mit der Anpassung im Fünf- oder Zehn-Minuten-Takt an diese Zeitverschiebung zu beginnen“, rät Heilpraktikerin Veronika S. Schatz. „Zudem stellt die Bachblütentherapie bei Kindern eine gute Möglichkeit dar, sie wieder ins harmonische Gleichgewicht zu bringen. Bachblüten wirken feinstofflich; sie können die eigenen seelischen Selbstheilungskräfte anregen und wieder Ordnung im Körper herstellen.“ Aber auch die frische Winterluft wirkt wahrlich Wunder.

 

Der Reiz der Kälte.

Von „außerordentlicher Wichtigkeit“, Kopf, Hals, Gesicht und Hände regelmäßig der frischen Luft auszusetzen, fand es schon vor mehr als 100 Jahren Sebastian Kneipp. Er hat herausgefunden, dass wechselnde Reize von Wärme und Kälte die Gesundheit fördern. Und ängstlichen Eltern, die wissen wollten, wie lange ihre Kinder draußen barfuß laufen dürfen, versicherte er, dass die Kinder von alleine zurück in die Wohnstube finden, wenn sie frieren. Ja, Kneipps Methoden machen immer noch Sinn. Das Immunsystem von Kindern kann durch Wasserbehandlungen nach Kneipp angeregt werden. „In der Regel lieben Kinder das Element Wasser und haben Freude mit sanften Kneipp-Anwendungen, wenn man sie spielerisch und ohne Zwang macht“, so Schatz.

 

Ein Beispiel:

Mit kaltem Wasser den Unterschenkel des Kindes abspritzen; dabei an den Füßen beginnen und langsam nach oben bis zum Knie wandern. Klirrend kalt muss das Wasser dabei nicht sein – kühl reicht aus. Dadurch soll die Produktion verschiedener Immunzellen (Fresszellen) verstärkt, die sekretorischen Immunglobulins A auf den Schleimhäuten gesteigert (schützt vor dem Eindringen von Krankheitserregern) und die Produktion von Gamma-Interferon, das für die Infektabwehr wichtig ist, angeregt werden. So weit, so gut, doch es gibt noch mehr Helferlein, die Kinder fit für die Winterzeit machen. Die richtige Ernährung nach TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) zum Beispiel.

 

Von innen wärmen.

Dabei spielen die passenden Lebensmittel zur Jahreszeit eine große Rolle. Laut TCM-Ernährung ist nämlich die Verdauung die Kraftquelle des Körpers und der Ort, wo viele Stoffe für das Immunsystem produziert werden. „Gerade im Winter ist warmes Essen wichtig“, weiß Sandra Lemp, Ärztin im TCM Zentrum in Graz. „Das Frühstück sollte bestenfalls ein warmer, süßer Hirsebrei mit gedünsteten Äpfeln und Zimt oder eine Eierspeise sein.“ Nicht gern gesehene Snacks bei Kindern: Bananen, kalte Milch und zu viel Zucker. Gerade diese wirken im Winter kühlend und verschleimend im Körper. Die bessere Alternative: „Ein hochwertiges Brot als Jause. Abends empfehle ich warme Speisen wie Gemüsesuppe, Reisauflauf oder Kartoffelgerichte“, so die TCM-Ärztin. „Hauptsache saisonal, frisch gekocht ohne Zusatzstoffe und wohlschmeckend.“ So kann der Winter ruhig kommen!

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So bringen Sie Ihr Kind gesund und fit durch den Winter:
  • Die gesunde, abwechslungsreiche Ernährung bildet eine gute Basis.
  • Ausreichend Vitamin C in natürlicher Form, um das Immunsystem zu stärken. Vitamin-C-reiche Säfte wie etwa der schwarze oder weiße Holundersaft, der Johannisbeersaft oder Sanddornsaft sind dabei von großer Bedeutung.
  • Tägliche Bewegung im Freien; für mindestens eine Stunde. Das Tageslicht und die frische Luft spielen im Winter eine wichtige Rolle, damit sich Kinder wohlfühlen.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit. Im Winter wird durch die Heizungsluft dem Körper Flüssigkeit entzogen. Trockene Schleimhäute bilden für Viren einen optimalen Nährboden und können eine Erkältung hervorrufen.
  • Ausreichend Schlaf im nicht zu warm beheizten Raum. Die optimale Raumtemperatur liegt bei 18 Grad.
  • Stress und Hektik macht auch Kinder krank! Sorgen Sie für genug Entspannungsphasen und Ruhezeiten für Ihr Kind.

 

Text: Yvonne Hölzl

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