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Lifestyle | 03.04.2019

Glücksspiel in Österreich

Celine Dion, Mariah Carey, Elton John, Britney Spears, Miley Cyrus, Beonce, Katy Perry, Lady Gaga, Ben Affleck … die Aufzählung namhafter Promis lässt sich weit fortschreiben und sagt im Grunde nur eins aus: Glücksspiel ist ein Phänomen, das länderübergreifend zu beobachten ist und bei Weitem nicht nur ein Hobby der „armen Zocker“ ist, sondern eben auch namhafte Promis in ihren Bann gezogen hat.

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Abbildung 1: Wer als Star in ein Casino schlendert, muss damit rechnen, dass Paparazzi ihn ablichten und ihm eine Freude am Glücksspiel "nachsagen". Bei vielen Promis haben die Paparazzi damit auch Recht. Doch was tun die Otto-Normalverbraucher in Österreich? Sie schwanken zwischen den Auflagen des Landes und dem Interesse am Glücksspiel. Pixabay: Romanov

Bekannt wird die Liebe der Promis zum Glücksspiel vor allem dann, wenn sie ins reale Casino tingeln und sich wie Leonardo DiCaprio oder Tobey Maguire beim Poker einfinden und sich vor dem Casino oder direkt danach von interessierten Papparazzi ablichten lassen. Matt Damon soll diese Gefahr gekonnt umschiffen, in dem er online seiner Glücksspielfreude frönt. Wie es neben der Welt der Schönen und Reichen um das Glücksspiel in Österreich bestellt ist, soll dieser Beitrag aufzeigen.

Abbildung 1: Wer als Star in ein Casino schlendert, muss damit rechnen, dass Paparazzi ihn ablichten und ihm eine Freude am Glücksspiel "nachsagen". Bei vielen Promis haben die Paparazzi damit auch Recht. Doch was tun die Otto-Normalverbraucher in Österreich? Sie schwanken zwischen den Auflagen des Landes und dem Interesse am Glücksspiel.

Ein Blick in die Statistik

Ein geringes Plus von gerade einmal 0,7 Prozent zeigt sich mit Blick auf die Spiel- und Wetteinsätze im Vergleich der Jahre 2008 bis 2014. Die Erlöse gingen sogar um 0,1 Prozent zurück. Spannend ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick auf die Einsatz- und Erlös-Anteile mit Blick auf Spiel- und Wetteinsätze.

  • Einsätze. Bei den Einsätzen haben Spielbanken mit 39 Prozent die Nase vorn. Automaten (außerhalb von Spielbanken) landen mit 25 Prozent auf Rang 2, Online-Gaming mit 20 Prozent auf Rang 3, Lotterien (9 Prozent) und Sportwetten (8 Prozent).
  • Erlöse. Bei den Erlösen hingegen zeigt sich ein anderes Bild: Der Mammutteil entfällt hier auf Lotterien (44 Prozent), gefolgt von Automaten (25 Prozent). Sportwetten (11 Prozent), Spielbanken (11 Prozent) und Online-Gaming (9 Prozent) liegen deutlich dahinter.

Spannend ist auch der Blick auf die Verfügbarkeit der Spielautomaten: Über 4600 Automaten waren zum Zeitpunkt der Analyse von Kreutzer Fischer & Partner Consulting legal. Sie standen knapp 3300 illegalen Autoamten und 611 winwin-Automaten gegenüber. Deutlich wird auch der Stellenwert, den das Glücksspiel und die Sportwetten bereits im Erhebungszeitraum 2013 hatten:

Für Kultur und Unterhaltung gaben die Befragten 560 Euro aus, für Glücksspiel und Sportwetten 395 Euro, für Zeitschriften 320 Euro und für Bücher 140 Euro. Kein Wunder, dass von einem Wachstumsmarkt die Rede ist, indem neue Online Casinos in Österreich regelmäßig aus dem virtuellen Boden schießen. Casiplay, Mobilautomaten, Sloty, Gensis Casino, Spinit, Casino Cruise, Mobilbet, GoWild und andere sind nur ein Teil deren, die als “Neue” am Markt gehandelt werden.

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Abbildung 2: Spielautomaten gibt es zuhauf im Land und auch mit Blick auf Einsätze und Erlöse ist der Sektor der Spielautomaten der, der sich die Waage hält - bei 25 Prozent an Einsätzen und an Erlösen. Pixabay: PepaLove

Dass das Interesse am Glückspielmarkt hoch ist, ist nicht erst seit Kurzem zu beobachten. Bereits in der ersten Studie zur Prävention der Glücksspielsucht gaben 42 Prozent der Befragten an, im Versuchszeitraum zwischen Juli 2009 und Februar 2011 online gezockt zu haben.

Damals zeigt sich mit Blick auf die Glücksspielgemeinde ein Ungleichgewicht: Männer zwischen 18 und 35 Jahren, Arbeitslose oder jene, die die Schule mit einem Pflichtabschluss verlassen haben, war überproportional häufig vertreten. Die positive Nachricht lautete bereits damals: Nur 0,7 Prozent aller Befragten zeigten Anzeichen einer Spielsucht. Wobei zur größten Risikogruppe eben jene zählen, die sich eigentlich gar nicht erst zum Glücksspiel hinreißen lassen dürfen: Geringverdiener und Arbeitslose.

Das Fazit dieser Erkenntnis waren weitere Auflagen mit Blick auf den Spielerschutz. An dieser Stelle wird das Thema zum Politisch-Rechtlichen.

Die politisch-rechtliche Seite

Das Bundesministerium für Finanzen meldet: Der Spielerschutz wird umgesetzt. Was auf den ersten Blick so einfach klingt, geht in der Praxis auf eine Novelle des Glücksspielgesetzes zurück. Die Novelle wurde 2010 beschlossen und nun – mit positivem Endergebnis – evaluiert. Dort heißt es: „Im Ergebnis wird bestätigt, dass die gesetzlichen Spielerschutzstandards im automatisierten Glücksspiel tatsächlich sehr erfolgreich umgesetzt wurden. Sehr positiv wirkte sich die Angebotsreduktion bei Landesausspielungen aus, die sich u.a. in einem Rückgang der Behandlungszahlen niederschlugen. Auch Alters- und Zugangskontrollen, Selbstbeschränkungen sowie Spielsperren stellen sich als wirkungsvolle Instrumente des Spielerschutzes dar.“

Die Grundlage für das Glücksspiel im Land bildet die Bundesverfassung Österreichs, die die glücksspielrechtlichen Bestimmungen vorhält. Darüber hinaus informiert das Ministerium über diese (für die Spielergemeinschaft) wichtigsten Fragen im Themenkomplex des Glücksspiels.

  • Pokerspiele fallen nicht unter das festgelegte Glücksspielmonopol. Sie dürfen mit dem Nachweis einer Gastgewerbeberechtigung durchgeführt werden.
  • Wetten auf virtuelle Partien – beispielsweise Pferderennen, deren Inhalte und Ergebnisse IT-technisch generiert werden – sind nicht zulässig, da Spieler keine Möglichkeit haben, sich zu informieren.
  • Für das Internet gelten dieselben Regeln wie für die reale Welt: Was in der realen Welt verboten ist, ist auch online nicht erlaubt bzw. setzt in Ausnahmefällen das Einverständnis des Bundesministeriums voraus.