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Fashion | 23.09.2019

Die Braut, die sich jedes Jahr traut

Eva Poleschinski und ihr Mann Oliver feiern ihren Hochzeitstag alljährlich an einem anderen Sehnsuchtsort. Dafür entwirft sich die Designerin auch stets ein neues Brautkleid.

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© Marlene Rahmann

Wenn es stimmt, dass viele Frauen den Tag der Eheschließung nicht zuletzt wegen der Möglichkeit, ein Brautkleid tragen zu können, herbeisehnen, darf Eva Poleschinski beneidet werden. Denn die – nicht nur – für ihre märchenhaft schönen maßgeschneiderten Hochzeitskreationen bekannte Modedesignerin und ihr Mann Oliver begehen ihren eigenen Hochzeitstag im Juli jedes Jahres auf besondere Weise. Und die „Braut“ hüllt sich dafür immer in ein neues, aufregendes Kleid. Warum sie das tut, welche aktuellen Hochzeitstrends sie empfiehlt und was sie von der viel diskutierten Eheschließung Heidi Klums hält, erklärt Eva Poleschinski im Interview.

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© Marlene Rahmann

Wie oft haben Sie schon geheiratet?

Ich bin erst einmal verheiratet und dabei bleibt es auch! Aber schon als wir unsere Hochzeit geplant haben, gab es sehr viele Ideen für unterschiedliche Orte, weil wir einfach auch sehr gerne reisen. Am Ende muss man sich allerdings doch für einen entscheiden. So ist schließlich die Idee entstanden,
unseren Hochzeitstag jedes Jahr an
einem anderen Ort, der etwas mit uns zu tun hat, zu feiern. Grundsätzlich
gehört dieser Tag uns allein, in Istanbul waren aber auch gute Freunde dabei. Wir feiern immer an Orten, die für uns Sehnsuchtsorte sind. Das Spannende dabei ist auch, dass ich immer wieder neue Hochzeitstrends probieren und definieren kann. Heuer in Island haben wir wirklich eine Art Wintergeschichte daraus gemacht, weil ich durch meine Kundinnen merke, dass die Winterzeit für Hochzeiten immer attraktiver wird. Ich kreiere immer ein neues Kleid für mich, das ich – außer mein Hochzeitskleid und das Kleid fürs Standesamt – aber auch in meine Trendkollektionen integriere.

Können Sie die aktuellen Hochzeitstrends näher definieren?

Was ich sehr spannend finde, ist, dass die Kundinnen sehr individuell sind. Vor drei, vier Jahren gab es einen starken Bohemien-Trend, da waren die Wünsche sehr ähnlich, jetzt sind sie viel persönlicher. Ich finde den Trend Winterhochzeit grundsätzlich gut, denn im Sommer muss man immer eine zweite Variante, nämlich die
Möglichkeit des Regens, dazudenken. Im Herbst/Winter weiß ich schon eher, was mich erwartet. Cleane Silhouetten, aber mit einem romantischen Twist wie zum Beispiel 3-D-Blüten oder
Stickerei, sind stark im Kommen. Ich nenne das die „coole Prinzessin“.

Und falls Frau doch im Sommer heiraten möchte …?

Multifunktionalität ist ein sehr starker Trend. Was ich gerne mache und auch gerne bestellt wird, ist, dass man ein Basiskleid hat und darüber -einen Rock mit großer Schleppe und großem Drama, den ich dann aber
ablegen kann. Viele wollen ja diesen
Prinzessinnenmoment und haben auch Freude daran, diesen zu zelebrieren, wollen sich danach beim Essen, Tanzen und Feiern aber trotzdem bewegen können. Und so muss man sich nicht für das eine oder andere entscheiden.

Sie selbst haben sich bisher für fünf Brautkleider entschieden. Wie lange wollen Sie Ihren eigenen Hochzeitstag noch auf diese Weise feiern?

So lange ich Spaß an der Mode habe (lacht). Mein Plan für unseren zehnten Hochzeitstag ist es, in der Wüste zu feiern und die engsten Menschen dabeizuhaben.

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© Marlene Rahmann

Haben Sie dafür einen bestimmten Ort im Auge?

Schon für unsere eigentliche Hochzeit war der Oman im Gespräch, weil mein Mann beruflich viel in diesem Land zu tun hatte und ich es sehr schön gefunden hätte, dort in der Wüste zu heiraten. Jetzt fände ich das für unser zehntes Jubiläum schön, ganz easy, nicht riesig, vielleicht mit einem Picknick und lokalen Speisen, einfach feiern und es sich gut gehen lassen.

Bekommen Sie von Ihrem Mann auch jedes Jahr einen neuen Ring?

Nein (lacht). Aber mein Mann ist ein richtiger Kavalier und Blumen sind bei uns immer ein großes Thema.

Heidi Klum hat jedes Jahr ihren Hochzeitsschwur mit Seal erneuert, die Ehe hat trotzdem nicht geklappt. Nun hat sie vor kurzem wieder geheiratet und die Meinungen zum Kleid waren durchaus kontroversiell. Wie hat es Ihnen gefallen?

Ich fand es cool und lässig! Es hat auch zur Location gepasst, sie selbst war barfuß, nicht overstyled. Stimmt, die Hochzeit wurde in den Medien sehr kontroversiell diskutiert, aber ich finde es einfach schön, wenn man das Glück hat, verliebt zu sein und sich vorstellen kann, mit einem anderen Menschen das ganze Leben zu verbringen. Es ist auch schön, das zu zelebrieren und sich als Paar bewusst zu machen, dass das eben nicht selbstverständlich ist. Bei meinem Mann und mir ist es einfach so, dass wir diesen Tag und dieses Fest ein wenig nachempfinden wollen und für uns etwas machen, was uns miteinander verbindet.

Darf man Ihrer Meinung nach in jedem Outfit heiraten?

Hochzeiten sind Anlässe, bei denen viel Stress entstehen kann, meist auch deshalb, weil man sich selber einem sehr hohen Erwartungsdruck aussetzt. Ich finde aber, eine Hochzeit ist eine Angelegenheit, bei dem das Paar niemandem Rechenschaft schuldig ist. Wenn es für die beiden passt – was auch immer, wie auch immer –, dann sollen sie es machen. 

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