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Fashion | 12.06.2020

Bestens behütet

Im Brotberuf ist Elisa Posch biomedizinische Analytikerin. Ihre große Leidenschaft gilt aber schicken Kopfbedeckungen: Sie will Hüte wieder salonfähig machen und startet als Modistin durch.

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© Thomas Luef

Dem strukturierten Job eine kräftige Portion kreativen Flow entgegensetzen – das war Elisa Poschs Antrieb, als sie sich nach zehn Jahren als biomedizinische Analytikern am Institut für Humangenetik der Medizinischen Universität Graz nach einem neuen Hobby umsah. Schneiderei schwebte ihr vor, hatte sie doch mit 12 Jahren die Nähmaschine ihrer Uroma geerbt und nach Herzenslust ausgemusterte Vorhänge in Kleidungsstücke verwandelt. Dass es nie zu spät ist, um zu Kindheitsträumen zurückzukehren, zeigte sich, als Posch die Hutdesign-Kurse von Christine Rohr am WIFI entdeckte. „Eigentlich dachte ich, ich mache nur den einen Kurs, aber das ‚Hutfieber‘ hat mich sofort gepackt. Jetzt fehlen mir noch genau zwei Module und ich habe meine Ausbildung zur Modellmodistin abgeschlossen“, erzählt sie. Inzwischen entwickelt sich das Hobby auch zum Business. Posch bietet individuelle Hutdesigns an – jede Kopfbedeckung ist ein Unikat.  „Sehr stolz hat mich gemacht, dass eine meiner Kreationen auf der Grazer Opernredoute und am Wiener Opernball von Maria Happel getragen wurde“, erzählt die Neo-Designerin. Das war nur durch die tolle Zusammenarbeit mit Ardea Luh möglich. „Dafür bin ich sehr dankbar. Eine Starthilfe von jemandem, der schon so groß im Business ist, ist Gold wert.“

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Beim Hutdesign lässt Elisa Posch ihrer Kreativität freien Lauf. © Thomas Luef

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Das Handwerk einer Hutdesignerin sei wie eine Zeitreise, so Elisa Posch, die mit ihrem jungen Hut-Business individuelle Designs anbietet. © Thomas Luef

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Das Handwerk einer Hutdesignerin sei wie eine Zeitreise, so Elisa Posch, die mit ihrem jungen Hut-Business individuelle Designs anbietet. © Thomas Luef

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Das Handwerk einer Hutdesignerin sei wie eine Zeitreise, so Elisa Posch, die mit ihrem jungen Hut-Business individuelle Designs anbietet. © Thomas Luef

Kein alter Hut. Posch trägt immer ein Notizbuch bei sich, in dem sie Eindrücke aufschreibt, die sie zu ihren Kreationen inspirieren. Sehr oft sind es Farbenpracht und Vielfalt der Natur, Architektur oder besonders schöne Stoffe „Der Fascinator für meine eigene Hochzeit musste unbedingt Schmetterlinge enthalten, weil mein Mann Schmetterlinge liebt“, erzählt sie. „Es ist ein bisschen wie eine Zeitreise“, sagt sie über das Handwerk einer Hutdesignerin. „Die meisten Techniken und Gerätschaften sind noch genau wie vor 100 Jahren.“ Ein klassischer Filzhut wird etwa immer noch aus einem Filzrohling hergestellt, der zuerst gesteift und im Ofen getrocknet wird, anschließend mit heißem Wasser durchnässt und über Wasserdampf gedämpft. Dann spannt Posch ihn auf einen heißen Hutdehner und steckt ihn auf einer hölzernen Hutform fest. Die Krempe wird separat aufgespannt. Ist der Hut getrocknet, löst sie ihn von der Form und passt ihn an den Kopf des Trägers an.Kopf und Krempe des Hutes näht Posch händisch zusammen, näht ein Hutband ein und bringt Verzierungen an. „Im Prinzip kann man für Hüte alles verwenden, was sich formen lässt“, so Posch. Sie arbeitet am liebsten mit Strohborte, außerdem mit Haarfilz, dem Polyestergeflecht Crinol und Sinamay, einem hochwertigen Stoff aus der Bananenstaude.

 

"Die meisten Techniken und Geräte
sind noch genau wie vor 100 Jahren."

Elisa Posch

 

„Ich habe auch mit Plastikflaschen experimentiert, da ich den Upcycling-Prozess sehr spannend finde. Auch alte Hüte, die nicht mehr getragen werden, können zu einem modernen Accessoire umgearbeitet werden. So etwas mache ich besonders gerne, weil dabei oft Emotion eine Rolle spielt. Ich selbst habe mir aus einem alten Filzhut meiner Oma ein Barett gemacht, das ich unglaublich gerne trage, wahrscheinlich noch lieber, weil es früher ihr Hut war.“

Und wie sieht es mit der Hutmode für 2020 aus? – „Buckethüte und Fischerhüte sind heuer im Trend“, weiß die Expertin. „Außerdem Strohhüte mit großen Krempen, Newsboycaps, Kappen und Hüte mit breitem großem Visor. Gebundene Tücher und Turbane sind auch noch immer modern sowie ein klassisches Barett oder eine klassische Fedora – für den Sommer auch toll aus Stroh.“ Eines steht fest: Mit einem individuell angefertigten Hut von Elisa Posch ist man modisch garantiert ganz vorne dabei.

www.elisaposch-hutdesign.eu
www.instagram.com/elisaposch-hutdesign