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Fashion | 05.05.2020

Hoch, hoch hinaus

Als „Schuharchitekten“ haben Michaela Worschitz und Jürgen Holl eine wahre High-Heel-Innovation geschaffen – und machen wunde Füße somit zu einem Ding der Vergangenheit.

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© Mockery Mia

Den allerersten High-Heel-Sneaker zu kreieren, das ist die Idee des Architekten-­Pärchens rund um das Grazer Fashion-Start-up mockery mia. Dass ausgerechnet zwei Architekten sich auf Schuhdesign konzentrieren und die verspielte Herangehensweise an ein altbekanntes Produkt symbolisiert die endlosen Möglichkeiten der Innovationskraft. Moderne Frauen profitieren von der Verschmelzung architektonischen Handwerks mit kreativem Schuhdesign.

Schuhe von morgen. In ihrer Masterarbeit setzte Worschitz sich mit der Anwendung der parametrischen Design­methode für Bereiche des alltäglichen Lebens auseinander. Da sie selbst auch stets Probleme mit hohen Schuhen hatte, war das Thema schnell gefunden. Angetan von der Idee startete das Grazer Power-Couple zeitgleich mit der Forschung für mockery mia. Drei Jahre dauert es, um ein marktreifes Produkt zu kreieren. Im Mai launcht endlich die lang ersehnte erste Kollektion.

Die Komplexität des Schuhs ist der spezielle Keilabsatz, der durch flexible Materialien und spezielle Geometrien beim Gehen eine dämpfende Wirkung erzeugt. Jede Frau, unabhängig ihrer Größe und ihres Gewichts, verspürt beim Tragen dieselbe Dämpfung – eine technische Herausforderung! Über eine Förderung der SFG konnten die hohen Entwicklungskosten gedeckt werden, über eine Programm-Teilnehmerin bei WE! Women‘s Entrepreneurship fand sich die Produktionsstätte in Italien. „Es gibt schon so lange Schuhe, aber keiner hat vor uns eine Dämpfung eingebaut.“

Die Keilabsätze haben Löcher, ähnlich wie bei Bienenwaben. Der weiche Kunststoff drückt die Waben beim Gehen zusammen, kehrt dann wieder in seine Ausgangsform zurück. „Es ist ein völlig neues Gehgefühl, man wippt. Eine Weltneuheit“, erzählt Worschitz stolz.

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© Mockery Mia

Das Ziel stets vor Augen. Der Weg bis zum Ziel war kein leichter. Das Paar hatte mit vielen Rückschlägen zu kämpfen, vor allem finanziell. Nach einer missglückten Crowdfunding-­Kampagne musste man Abstriche beim Produkt machen, vom Co-Working-Space zurück ins Homeoffice ziehen. Das ist mühsam, vor allem wenn man als Paar zu Hause Privates von Professionellem trennen möchte. Dennoch: „Man muss einmal öfter aufstehen, als man fällt“, gibt Worschitz als Tipp für neue Gründer. „Es werden einem die ganze Zeit Steine in den Weg gelegt. Darüber muss man hinwegsehen.“ Was da hilft? Positiv bleiben und die Mission fest im Blick behalten. Für Worschitz ist das der wahnsinnige Vorteil für modebewusste Frauen, die hohe Schuhe anziehen möchten, ohne unter ihnen zu leiden. Und das Potenzial der Marktlücke, in die mockery mia eindringt. „Wenn man wirklich an sich glaubt, hart an etwas arbeitet und einfach mal dabei bleibt, dann kann alles gelingen.“