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Fashion | 18.01.2019

Jeder Diamant ist ein Unikat

Das härteste Material der Welt wird in aufwendiger Handarbeit und mit höchster Präzision veredelt. Kein Schmuckstein strahlt so bezaubernd wie ein Diamant. Und mit ihm die Trägerin.

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Vom unscheinbaren Rohdiamanten zum vollendeten Brillanten braucht es viele perfektionierte Arbeitsschritte. © Neubauer-Wolf/Bernd Niederwieser

Reiner, kubisch kristallisierter Kohlenstoff: Was im ersten Moment dunkel an nüchternen Chemieunterricht erinnert, das offenbart in vollendeter Bearbeitung eine in reichen Facetten funkelnde Kostbarkeit. Vom König der Edelsteine geht eine Faszination aus, die Menschen seit Jahrhunderten in ihren Bann zieht. Schon allein der Name ist Programm. Die Bezeichnung Diamant leitet sich vom griechischen Wort „adamas“ ab und bedeutet übersetzt „der Unbezwingbare“.

Tatsächlich kann man dem härtesten Stoff der Welt nur mit dem härtesten Material beikommen. Allein um einen Rohdiamanten in Form eines Oktaeders in zwei Hälften zu zerteilen, braucht Gerd Märker beachtliche drei Tage lang – das Sägeblatt ist selbst mit Diamanten besetzt. Der einst jüngste Diamantschleifer Deutschlands ist einer der wenigen Meister seines Fachs im deutschsprachigen Raum, in Österreich beherrscht niemand dieses kunstvolle Handwerk. Die Tätigkeit des Schleifens verlangt nach höchster Konzentration und Präzision, in aufwendiger Handarbeit entstehen so Schmucksteine mit maximaler Leuchtkraft.

 

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© Neubauer-Wolf/Bernd Niederwieser

Aus der Tiefe. Erdtiefen größer als 150 Kilometer, ein Druck von 40 bis 50 Kilobar und Temperaturen von 1.000 bis 1.700 Grad Celsius – das sind die idealen Bedingungen, unter denen Diamanten in Gesteinen entstehen. Indien gilt als die Wiege, in Sanskrit-Texten aus der Zeit um 400 vor Christus gibt es die frühesten Hinweise darauf. Die ersten Diamantkristalle gelangten als Einzelstücke über Persien, Syrien und Italien nach Europa. 1725 wurden Diamantvorkommen in Brasilien entdeckt, es folgten 1867 Südafrika und 1949 Russland.

Nur 25 Prozent der gewonnenen Rohdiamanten besitzen allerdings Schmuckqualität. Groß ist die Palette an natürlichen Farbvarianten, sie reicht von Gelb über Braun und Rot bis hin zu Grün und Blau. Verantwortlich dafür sind unter anderem Einlagerungen von Stickstoff. Das Spiel der Farben ist also ein weiteres Merkmal für die Einzigartigkeit des edlen Steins. Bei der Bearbeitung gehen übrigens etwa 60 Prozent des Ausgangsmaterials verloren.

 

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Gerd Märker beherrscht als einer der wenigen im deutschsprachigen Raum das kunstvolle und herausfordernde Handwerk der Diamantenschleiferei. © Neubauer-Wolf/Bernd Niederwieser

Naturschönheit. Seit dem vorigen Jahrhundert stellt der Mensch im Labor auch synthetische Diamanten her. Sie haben im Wesentlichen die gleiche chemische Zusammensetzung, dieselben physikalischen Eigenschaften und eine idente Struktur. „Eine Synthese bleibt aber ein künstlicher Prozess. Nur der echte Diamant ist ein faszinierendes Naturprodukt, das vor Millionen von Jahren entstanden und für die Ewigkeit gemacht ist“, lässt Juwelierin Elke Neubauer-Wolf, Wirtschaftskammer-Obfrau im Landesgremium des Juwelen- und Uhrenhandels, keinen Zweifel an der Großartigkeit dessen, was die Natur hervorzubringen vermag.

Qualität und Wert von Diamanten werden anhand vier entscheidender Kriterien beurteilt: Colour (Farbe), Clarity (Reinheit), Cut (Schliff) und Carat (Gewicht). „Wir ergänzen hier gerne noch ein fünftes C, das für Confidence steht. Es meint das Vertrauen und verdeutlicht, wie wesentlich und wichtig es ist, einen so wertvollen Stein hierzulande zu erwerben und beste Beratung durch einen der steirischen Juweliere zu erhalten“, betont Fachfrau Elke Neubauer-Wolf.

Die magische Zahl 57 ist übrigens kennzeichnend für den beliebtesten Schliff, den Brillanten. Die runde Form weist im Oberteil mindestens 33, im Unterteil mindestens 24 sogenannte Facetten auf. Der Brillantring gilt als klassischer Verlobungsring und ist eine Kostbarkeit, von der ein nie versiegender, zauberhafter Glanz ausgeht. Er ist ein zartes und doch so großes Symbol für die Liebe fürs Leben. Da formt sich das „Ja“ auf den Lippen praktisch von selbst.

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