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Fashion | 10.07.2018

Paper Boys

Sie designen Roben und Accessoires aus Papier und erobern damit internationale Modemetropolen: Arno und Stefan Krar. Einblicke in die Papierwelt der steirischen Ausnahme-Designer.

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© Danila Modeo

Rund fünf Kilo Gesamtgewicht, 8.000 Magazinseiten und 40 Arbeitsstunden stecken im eigens für die STEIRERIN designten Papierkleid, das zur 6-Jahresfeier unseres Magazins präsentiert werden soll. Ein Gesamtkunstwerk aus vielen verschiedenen STEIRERIN-Ausgaben. Doch dieses steckt erst in den Kinderschuhen, denn zunächst wird designt, gefaltet und in Form gesteckt. Feine Drähte mimen den Korpus, in dem schon namenhafte Models platziert wurden und der unzähligen Papierrollen Halt gibt: „Germanys Next Top Model“-Kandidatin Anja Platzer etwa oder Fotomodell Nico Schwanz. Doch nicht nur auf Modenschauen, wie etwa bei der Secret Fashion Show in München, sorgen die unikaten Papier-Roben für offene Münder bei Fashionistas; sogar die eine oder andere Braut entscheidet sich mittlerweile für ein Brautkleid aus anschmiegsamen Küchenrollen. Letzteres ist ein wesentlicher Faktor, wenn frau sich damit natürlich bewegen möchte. Sonst ist alles erlaubt: „Papier ist universell im Designbereich einsetzbar. Wir kreieren Kleider, Accessoires bis hin zu Kleinmöbeln aus Papier“, so der Designer und Hair-Stylist Stefan Krar, der zusammen mit seinem Mann Arno (CHT Graz) ganze Papierkonzepte entwirft und in mühsamer Handarbeit umsetzt. Und die Nachfrage für Papierdesigns geht über die Landesgrenzen hinaus.

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Das Designerduo Arno und Stefan Krar gestaltet aufwendige Roben aus Papier. © Thomas Luef

Werkstoff Papier. Angefangen habe alles mit der Idee, anders zu sein. Konventionen zu brechen und daraus etwas völlig Neuartiges entstehen zu lassen. Wie etwa mit selbst gefalteten Papier-Weihnachtsbäumen samt LED-Beleuchtung, die nach Deutschland und bis in die Schweiz versandt wurden. Das Geheimnis dieser stabilen Papierkonstruktionen sind übrigens spezielle Falttechniken auf Draht- oder Kartonbasis, die sich das Designer-Paar nach und nach angelernt und von Designer-Kollegen empfohlen bekommen hat. So ergibt jede Kleider-Fasson harmonische Muster sowie Farbspielereien. Und das erste Papierkleid von mittlerweile 60 Werken? „Das entstand vor Jahren im Keller“, verrät Arno Krar. „Wir hatten nichts für den Grazer Tuntenball anzuziehen. Daraus entstand die Idee, aus Papier ein Themenkleid zu gestalten.“ Gesagt, getan. Seither sind ihre Papierkleider gern gesehene Fashion-Hingucker auf unterschiedlichsten Events. Apropos Events: Diese werden die Papier-Designer in Zukunft ebenso in Szene setzen. Fashion-Events, um genau zu sein, die in Österreich und Deutschland als Pop-up Veranstaltungen kurzzeitig Unterhaltung bringen. Dazu soll es bald eine eigene Kollektion (dieses Mal aus herkömmlichen Stoffen) mit coolen Prints von Künstlern wie Tom Lohner geben, Stylings für diverse Fashion-Shows und vielleicht sogar bald eine Kollaboration mit Heidi Klums „Germanys Next Top Model“. Die soll nämlich schon Interesse an den eleganten Papier-Roben haben …

Spezielle Falttechnik und Reihung: Die Magazinseiten der STEIRERIN werden zum Papierkleid.
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© Thomas Luef
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© Thomas Luef
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© Thomas Luef
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© Danila Modeo