Loading…
Du befindest dich hier: Home | Beauty

Beauty | 14.01.2019

Fett ist schön? Ja, und wie!

Körpereigenes Fett dauerhaft verlagern, von Regionen, wo man es eigentlich nicht haben will, zu Körperstellen, die man wunderbar damit formen kann. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber. Wir haben uns den Trend genauer angeschaut.

Bild 1812_ST_PR_Dr_Haas.jpg
© Shutterstock

Eigenfett-Transplantation – es ist wohl einer der Bereiche im Beauty-Bereich, in denen sich in den letzten Jahren besonders viel weiterentwickelt hat. Das ist auch nicht verwunderlich, kann man damit körpereigenes Gewebe dazu nutzen, kleine und größere Schönheitsmakel – von der Ästhetik bis zur Wiederherstellung – zu beheben, und das mit wenig Risiko und keinerlei Abstoßungs- oder Allergiereaktionen. 

Bei einer Eigenfett-Transplantation entnimmt man zum Beispiel Gewebe am Bauch oder an den Oberschenkeln, bereitet dieses auf und spritzt das Fettgewebe zur Brustvergrößerung mit Spezialkanülen wieder ein. Die Bandbreite der Therapieoptionen ist groß. Einerseits im Bereich der Ästhetischen Chirurgie zur Modellierung im Gesichtsbereich bis hin zur Formung und Vergrößerung der Brust oder aber auch des Gesäßes. Andererseits hat das sogenannte „Lipofilling“ auch einen zunehmenden Stellenwert nach
Tumoroperationen zur Brustwiederherstellung beziehungsweise Formkorrektur oder aber auch zur Verbesserung von Narben durch Unterspritzung. Ein ganz neuer Zugang sind sogenannte Hybridoperationen, wo Fremdgewebe wie Brustimplantate mit einer Eigenfetttransplantation kombiniert werden, um gerade bei sehr schlanken Patientinnen das Ergebnis in puncto Natürlichkeit zu optimieren.
„Der Eingriff ist weitgehend risikoarm, lediglich treten typische Blutergüsse im Bereich der Fettabsaugung auf.“

Die Idee des Fetttransfers geht geschichtlich weit zurück. Es gibt Aufzeichnungen, die zeigen, dass es schon Anfang des 20. Jahrhunderts Behandlungen mit dieser Grundidee gab. Dabei wurde das gewonnene Fett mit Hammelfett vermischt und aufgekocht, bevor es in den Körper injiziert wurde. Die Technik hat sich zum Glück extrem weiterentwickelt.

Modernste Technik. „Gerade die moderne WAL-Technik (water assisted liposuction) sowie die PAL-Technik (power assisted liposuction) ermöglichen eine sehr schonende und besonders exakte Fettentnahme.“ Diese Techniken kommen zur Anwendung, wenn man viel Volumen braucht, sprich bei Brustvergrößerungen oder zur Körperformung. Bei einem Eigenfett-Transfer im Gesichtsbereich braucht man weniger Volumen, dafür umso feineres Gewebe. „Beim Nano-Fetttransfer entnimmt man 10 bis 15 ml Fettgewebe. Dieses wird durch ein Sieb verfeinert und kann dann ähnlich einer Suspension injiziert werden. Diese Methode ist relativ neu und bringt gerade im Gesichtsbereich tolle und vor allem natürliche Ergebnisse.“ Speziell geeignet für den Nano-Fetttransfer sind Lippen, Unterlider sowie auch der Volumenaufbau im Gesichtsbereich vor allem an Jochbogen, Wangen und nasolabial. Und auch bei der Verbesserung von Narben kommt diese Methode zum Einsatz. 
Und wie schaut es mit der Einheilungsrate aus? „Die Einheilungsrate richtet sich je nachdem, wie gut das Gewebe aufbereitet wurde und wohin es transferiert wird. Im Gesicht, wo eine sehr gute Durchblutung gegeben ist, bleibt das injizierte Gewebe fast zu 100 Prozent stabil, an anderen Körperstellen heilen ungefähr 60 bis 65 Prozent der Fettzellen ein.“

Dauerhafte Lösung? Wer schon einmal probiert hat, das eine oder andere überflüssige Kilo loszuwerden, weiß, dass das gar nicht so einfach ist. Ein großer Vorteil in der Plastischen Chirurgie, denn das transferierte Fettgewebe baut sich nicht so einfach ab, speziell da es zum Teil in Bindewebe umgebaut wird. So sind auch die Ergebnisse nach einem Eigenfett-Transfer von dauerhafter Wirkung. Das ist der große Unterschied zu konventionellen Fillern, die sich nach einem bis eineinhalb Jahren abbauen. „Das Gewebe unterliegt natürlich einer gewissen Regulation durch Gewichtsschwankungen. Wenn man zehn Kilo abnimmt, wird man auch bei diesen Zellen etwas mitabbauen und umgekehrt.“
Aber natürlich sind der „Wunderwaffe Fett“ auch Grenzen gesetzt. „Eigenfett hat seine Stellung in der Ästhetischen und Plastischen Chirurgie, aber man muss die Patienten sehr gut beraten und auch ehrlich sagen, was im Bereich des Möglichen ist. Es ist eine falsche Annahme, davon auszugehen, dass man bei einer Brustvergrößerung mit Eigenfett mit nur einer Sitzung eine ganze Körbchengröße generieren kann. Eine halbe Körbchengröße ist realistisch.“

Fazit: Eigenfett-Transplantation ist ein gutes Tool in vielen Bereichen der Ästhetischen, Plastischen und Wiederherstellungschirurgie, aber natürlich hat auch diese Methode seine Grenzen. Daher ist viel Erfahrung auf diesem operativen Gebiet, ausführliche Beratung und die Möglichkeit der fachgerechten Umsetzung die Voraussetzung für einwandfreie Ergebnisse. 

Eigenfett-Transplantation hat einen
international anerkannten Stellenwert erlangt.

– Franz Maria Haas, Ärztlicher Leiter des Zentrums für Plastische Chirurgie an der Privatklinik Graz-Ragnitz